Beim Online-Zeitungslesen bin ich gestern auf einen Artikel mit dem Titel “Ach du dicke Brigitte” auf zeit.de aufmerksam geworden. Die marktführende Frauenzeitschrift BRIGITTE hat kürzlich angekündigt, ab 2010 nur noch “normale Frauen” in ihrer Zeitschrift abzubilden. Das heisst, sowohl auf dem Cover als auch bei der Präsentation der Damenmode kommen Amateurmodels zum Einsatz, das Ziel ist, dass sich die Leserinnen bewerben und ausgewählt werden. Das sind aber eben nicht Präsentationen für “starke Frauen” oder sowas wie “Badeanzug große Größen” bzw. “XXL Unterwäsche”. Mit dieser “Ohne Models”-Initiative will BRIGITTE ein Zeichen gegen den brancheüblichen Usus setzen, professionelle und sehr dünne Models einzusetzen. Dabei soll dem Schlankheitswahn ein Riegel vor die Tür gesetzt werden.
Mal wieder also eine Initiative gegen Magermodels, für die ich mich ja grundsätzlich ohne jegliches Bedenken ausspreche. Das ist auf jeden Fall eine mutige Initiative und ich glaube das gibt es auch dieser Art noch nicht, aber es ist nicht revolutionär. Dafür kann BRIGITTE nicht wirklich was, denn leider ist ihr Wirkungsgrad begrenzt und trifft eben nicht die “Risikogruppe” von dem Schlankheitswahn verfallenen Mädels. Die Durchschnittsleserin von Brigitte ist 45 Jahre alt! Ausserdem ist BRIGITTE eher eine Ratgeberzeitschrift und nicht wirklich eine Modezeitschrift. Von “revolutionär” könnte man erst sprechen, wenn Zeitschriften wie Vogue oder die großen Modehäuser diesen Schritt wagen würden. Aber das kann sicherlich lange auf sich warten lassen.
Und was ich auch immer einwenden muss, wenn mal wieder auf diese Magermodels geschimpft wird. Ich glaube gern, dass viele von ihnen zu dünn sind oder dass sie Essstörungen haben. Aber man muss schon sagen, dass es auch von Natur aus dünne Frauen gibt! Nicht alle schlanken oder dünnen Frauen quälen sich oder sind essgestört. Viele ernähren sich durchaus “normal” und achten kaum auf ihr Gewicht. Man kann eben zu beidem veranlagt sein – zum Dünnsein und zum Dicksein!









