Heute habe ich mal wieder einen unheimlich interessanten Reportagebeitrag bei arte Reportage gesehen mit dem Titel “China: Modeindustrie unter globalem Druck”. Denn viele wissen nicht: in China gibt es auch einheimische Mode, Labels und Designer, doch die haben kaum Chancen sich zu behaupten!
Das Riesenreich der Mitte ist ja die Textilwerkstatt fast der gesamten Menschheit. Alle großen Modehäuser, von Esprit über Zara bis hin zu Pradi, sie alle lassen ihre Hosen, Damenshirts, Hemde, Blusen etc. in China produzieren. Die Gründe sind bekannt: niedrige Löhne garantieren niedrige Produktionskosten und die Arbeiter, die bis zu 14 Stunden am Fließband arbeiten halten brav den Mund. Übrigens ist das ein relativ neues Phänomän. Denn China hat sich erst in den 1990er Jahren den ausländischen Märkten geöffnet und dann auch gleich boomartig die Produktionsstätten der ausländischen Unternehmen jeder Art ins Land geholgt. Doch im Modebereich gibt es zwei Opfer dieser Entwicklung: die europäische Textilindustrie büßt an Qualität ein und stirbt langsam aus (Esprit gilt mittlerweile als deutsch-chinesisches Unternehmen) und die chinesische Modeindustrie kann sich erst gar nicht entwickeln.
Chinesische Jungdesigner sind frustriert: bis auf wenige Ausnahmen interessieren sich die Chinesen nicht für ihre Entwürfe. Zu sehr sind sie an der westlichen Mode orientiert und wollen große Namen wie Mango, Zara, Gucci auf ihren T-Shirts und Taschen oder Hugo Boss auf den Herrenschuhen lesen. Es gibt zwar durchaus sehr kreative und strebsame Designer die eigene Modelinien entwerfen, anstatt die westliche Mode zu kopieren, doch die werden mehr oder weniger ignoriert.
Die Globalisierung fordert ihre Opfer also auch auf der anderen Seite des Globus. Und wir nähern uns immer mehr dem einheitlichen Modelook der vom Westen diktiert wird. Wie schade, denn ich war sehr überrascht, wie phantasievoll die Mode der Chinesen ist.









