Heute mal ein Eintrag für die Reihe “Andere Länder – andere Stile”. Ich bin gerade von einer Reise aus Usbekistan zurückgekommen, ein noch sehr unbekanntes Land, historisch aber enorm wichtig, da es das Zentrum der Seidenstraße und Treffpunkt asiatischer, europäischer, slawischer und arabischer Zivilisationen war. Dieser Mix aus Kulturen ist in den Gesichtern der Menschen gut sichtbar und ich fand das unglaublich faszinierend.
Jedes Mal wenn ich auf Reisen bin, beobachte ich ebenfalls die Kleidungsgewohnheiten der Menschen, was immer sehr spannend ist. In den Straßen von Taschkent, der Hauptstadt Usbekistans, sieht man alles: von der modernen Usbekin im Business-Look, über die sexy Frau, die sich am Vorbild der sowjetisch-russischen Frau orientiert bis hin zur traditionell gekleideteten Usbeken im farbenprächtigen, glitzernden Gewandt.
Fährt man in die ländlichen Gegenden oder in andere Städte Usbekistan überwiegt das traditionelle bunte Gewandt das Straßenbild. Je bunter, greller und glitzernder, desto besser und schön, heißt hier wohl das Motto. Einen Jeans Minirock oder ein enges Top ist hier nicht mehr zu sehen. Usbekistan ist ein muslimisches Land, das konservative, gesellschaftliche Regeln hat. Es gibt Kleidercodes sowohl für Frauen als auch für Männer. Ein Mann in kurzen Shorts ist hier genauso tabu, wie eine Frau mit figurbetonter Kleidung.
Was also ziehen die Menschen an: sehr typisch für Männer ist die traditionelle Kopfbedeckung, die “tibiteika” genannt wird. Es soll die Verbindung zum Himmel und damit mit Gott symbolisieren. Zu festlichen Anlässen wird eine Art Mantel mit Streifen angezogen, im Alltag tut es auch ein ausrangierter alter Anzug.
Die Frauen sind die wahren Augenmerke: sie haben meist knie- oder Wadenlange Gewänder an, die glitzern und funkeln und in grellen Farben leuchten. Darunter wird aber unbedint eine dazu passende Hose getragen. Und immer werden Pantoffeln oder offene Sandaletten mit Socken drunter getragen, was tlw. sehr verwunderlich ist. Manche tragen ein locker gebundenes und natürlich auch buntes Kopftuch, das meistens jedoch nicht streng um das Gesicht gebunden wird, wie man das aus arabischen Ländern kennt.
Berühmt ist auch das usbekische Muster, für das fein auflösende, bunte Zacken, die in eine Richtung zeigen, typsich sind.Der hat in den letzten Jahr übrigens auch immer mehr Einzug in die westliche Mode gefunden.
Usbekistan ist also eine wahre Perle des Orients. Berühmt ist das Land auch für seine feine Seide, aus dem nicht nur Schals hergestellt werden, sondern auch Blusen, Röcke, Feinstrümpfe etc. Usbekistan ist außerdem einer der wichtigsten Baumwoll-Exporteure der Welt, leider hat das Land aber in den letzten Jahren traurige Schlagzeilen mit Kinderarbeit auf Baumwollfeldern gemacht. Hoffentlich wird sich das bald ändern!!!









