Dockers – das war eine Romance mit deinen Füssen. Ach die gute alte Zeit, als es diese wunderbaren blauen und weinroten Dockers Stiefel gab mit der festen gewölbten Kappe. Heute ist das ja nicht mehr mein Stil, aber mit 15 war ich endlos begeistert von ihnen.
Und wie es sich für eine richtige Romance gehört, gab es Höhen und Tiefen und v.a. der Anfang war schwierig. Alle die Dockers Stiefel mal besessen hatten, wissen wovon ich rede: man musste am Anfang ganz schön leiden, bis die Boots endlich mal eingelaufen waren, es gab Blut und Tränen. Doch kaum hatte man sich aufeinander eingestellt, war man unzertrennlich.
Zu einer leidenschaftlichen Romance gehört natürlich auch, dass die Eltern absolut dagegen waren. Meine Mutter kämpfte vergebens damit, dass ich die Boots wenigstens nicht zum Rock oder zu Verwandschaftsbesuchen trage ( es sei ja so “unweiblich” diese Stiefel zu tragen) … aber das reizte mich erst recht, denn damit war ein Stückchen Rebellion garantiert.
Ja in den 1990ern waren sie an jedem Paar Füsse zu sehen, die zu einem linken Kopf (oder eben Möchtegern-Linken) gehörten. Es war unästhetisch und es gab dir den nötigen “Scheissegal”-Stil.
Nervig wurde es nur, als es dann ALLE trugen. Dann konnte man sich plötzlich nicht mehr von der Masse abheben… und dann merkte man auch ganz schnell, dass diese Boots ja eigentlich total unpraktisch sind: unbequem, weder wetter- noch wasserfest und ausserdem viel zu teuer für einen antikapitalistischen Kopf, den ich mir während der Pubertät aufgesetzt habe
Zu einer verflossenen Teenager-Romance gehört auch dazu, dass es einem Jahre später total peinlich ist: heute ist Dockers natürlich nicht mehr, was es einmal war. Heute stellt Dockers sogar Crogs her, die furchtbarste Erfindung seit es Schuhe gibt, eine herbe Enttäuschung, dass ich an so jemanden mal mein Herz verschenkt habe.









